Wissen oder Unwissen begegnen uns im Arbeitsalltag andauernd. Manchmal dokumentiert, oft aber auch nur in den Köpfen einzelner Mitarbeitenden. Bevor wir uns konkrete Wissensmanagement-Instrumente genauer anschauen, ist es wichtig einen Schritt zurück zu machen. Im ersten Teil unserer Webinar-Serie zum Thema Wissensmanagement sind Michaela und Franka auf eine wichtige Grundsatzfrage eingegangen: Welche Art von Problem liegt hier eigentlich vor?
Diese Frage hat den Ton des Webinars geprägt. Im Vordergrund stand weniger die Diskussion über Tools, sondern vielmehr die Einordnung von Problemen und Herausforderungen. Dabei wurde zu Beginn des Webinars konkret zwischen den beiden Begriffen kompliziert und komplex unterschieden.
Blau und Rot als Denkmodell
Im Zentrum stand ein Modell aus der Systemtheorie nach Gerhard Wohland. Es unterscheidet zwischen komplizierten und komplexen Situationen und macht diese anhand zweier Farben sichtbar:
Blau beschreibt das Komplizierte. Hier existiert Wissen. Ist etwas noch nicht bekannt, lässt es sich lernen. Lehrpersonen, Anleitungen, Weisungen und Regeln gehören in diese Welt. Ziele sind definiert, Abläufe wiederholbar. Prozesse entstehen, Automatisierung wird möglich. Vieles, was Organisationen tun, bewegt sich hier.
Rot steht für das Komplexe. In dieser Welt gibt es zu Beginn kein Wissen. Fähigkeiten entstehen erst durch Übung, durch gemeinsames Tun, durch Wiederholung. Unterstützung kommt nicht von Erklärungen, sondern von Erfahrung, Irritation oder Ermutigung. Vereinbarungen und Prinzipien sind wichtiger als Regeln. Arbeit ist individuell, iterativ und kaum übertragbar.
Beide Logiken sind notwendig. Ohne Blau wird es chaotisch und ineffizient. Ohne Rot fehlen Entwicklung und Anpassungsfähigkeit.
Wo es oft hakt
Ein wiederkehrendes Muster aus der Praxis: Rote Probleme werden blau behandelt. Komplexe Fragestellungen werden mit zusätzlichen Regeln, Dokumentationen oder Tools beantwortet. Das Ergebnis wirkt strukturiert, löst das eigentliche Problem aber nicht.
Im Webinar wurden mehrere Ursachen dafür sichtbar: Probleme werden falsch eingeordnet. Die blaue Logik dominiert, auch dort, wo sie nicht passt. Führungskräfte sind häufig stark blau sozialisiert. Und manchmal wird Kompliziertes unnötig als komplex dargestellt.
Gerade im Wissensmanagement zeigt sich diese Spannung deutlich. Nicht jedes Thema lässt sich dokumentieren. Nicht jede Art des Lernens findet über Inhalte statt.
Wissensmanagement im blauen Bereich
Die Webinarserie zum Thema Wissensmanagement setzt bewusst einen Schwerpunkt im blauen Bereich. Dort entfalten Instrumente ihre Wirkung. Wikis, Qualitätsmanagementsysteme oder Lernplattformen helfen, vorhandenes Wissen zugänglich zu machen und lernbar zu halten. Microsoft 365 bietet dafür eine solide Grundlage, wenn klar ist, welches Wissen tatsächlich bearbeitet wird.
Wer sich vertieft mit einzelnen Instrumenten auseinandersetzen möchte, findet dazu weitere Webinare in der Serie oder kommt direkt auf uns zu.
Und was ist mit Rot?
Im Austausch wurde deutlich, dass viele Teilnehmende auch Fragen zur roten Organisation beschäftigen. Zu Themen, bei denen es um Übung, Zusammenarbeit und gemeinsames Erproben geht. Wer hierzu mehr wissen möchte, darf sich gerne an unsere Expertinnen Michaela und Franka wenden.
Hier geht’s zur Webinar-Aufzeichnung:
Du möchtest die Inhalte vertiefen oder im Team weitergeben? Hier findest du die komplette PDF-Präsentation zum Webinar: Präsentation ansehen.
Alle Informationen sowie die Anmeldung für Teil 2 bis 4 unserer Webinar-Serie zum Thema Wissensmanagement findest du hier.
Möchtest du mehr wissen zu unseren Angeboten rund um Modernes Arbeiten? Hier wirst du fündig. In der modernen Arbeitswelt sind Effizienz, Flexibilität und Kommunikation fundamental. Basierend auf unserem Modell „Modernes Arbeiten“ bieten wir massgeschneiderte Lösungen an, die speziell auf die Herausforderungen und Bedürfnisse deines Unternehmens abgestimmt sind.
Und hier findest du mehr Informationen zu Gerhard Wohland und seinen Denkansätzen.
