Der Mangel an digitalen Skills hindert die Innovation

Veränderungen sind für Unternehmen nichts Neues, sondern ein Teil ihres täglichen Geschäfts. Doch die Veränderungen, mit denen wir im Rahmen der digitalen Transformation rechnen müssen, übersteigen das alltägliche Mass an Wandel und Entwicklung. Was bei der zunehmenden Digitalisierung oft übersehen wird, ist die digitale Intelligenz der Mitarbeitenden. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Faktor, der in der Lage ist, jede digitale Transformationsinitiative voranzutreiben oder auch zu hemmen.

Der Mangel an digitaler Intelligenz ist oft eines der Haupthindernisse für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen und Lösungen. Häufig ist es eher eine veraltete Denkweise als eine veraltete Infrastruktur, die dazu führt, dass Unternehmen hinter ihren Konkurrenten zurückbleiben.

In diesem Artikel gehen wir auf einigen Punkte ein, die helfen den digitalen Skills-Gap zu überwinden und den digitalen IQ der Organisation zu steigern.

Was hindert die Erhöhung der digitalen Skills?

Was sind also die grössten Hindernisse, die Unternehmen davon abhalten, das Wachstum der digitalen Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden zu fördern? Im Folgenden werden die drei häufigsten Fehler aufgeführt, die Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen Kompetenzen machen.

1. Keine klare Definition, was digitale Kompetenz ist

Häufig gehen die Führungspersonen davon aus, dass es bei unzureichender digitaler Kompetenz nur um den Mangel an Hard Skills geht. Oft versuchen sie dies zu kompensieren, indem sie ihre Mitarbeitenden an Schulungen schicken. Es stimmt zwar, dass mit praktischer Fortbildung viel erreicht werden kann. Aber die digitale Kompetenz ist viel weitergreifender. Deshalb ist es ebenso wichtig, digitale Werkzeuge für die Kommunikation und Kollaboration mit Kollegen und Kolleginnen zu nutzen, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen und in der Lage zu sein, Werkzeuge zu identifizieren, die den Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit helfen könnten. Das Wissen, wie man in digitalen Arbeitsumgebungen erfolgreich arbeitet, ohne den Fokus zu verlieren, ist eine solche wesentliche Fähigkeit. Und auch die Verwaltung der eigenen digitalen Identität ist eine wichtige Kompetenz, die es zu fördern und zu entwickeln gilt.

2. Fehlende individuelle Entwicklung der digitalen Fähigkeiten

Viele Führungskräfte gehen fälschlicherweise davon aus, dass alle Mitarbeitenden in gleicher Weise digitale Fortbildung benötigen und verordnen ihnen ähnliche, wenn nicht sogar identische Weiterbildungsprogramme. In der Regel muss man aber davon ausgehen, dass die bereits vorhandenen Fähigkeiten innerhalb einer Organisation sehr unterschiedlich sind. So können sich beispielsweise Digital Natives doch nicht als so technisch versiert erweisen wie dies erwartet wird, während ältere Mitarbeitende vielleicht die Ersten sind, die neue Ansätze übernehmen.

3. Keine digitale Arbeitsplatzstrategie

Mobilität, Flexibilität und eine vernetzte Zusammenarbeit spielen in der heutigen Arbeitswelt eine entscheidende Rolle. Aktuell konfigurieren viele Unternehmen ihre Arbeitsplätze über eine zentrale Verwaltung und liefern standardisierte Lösungen aus – nach dem Motto „One size fits all“. Doch haben die Mitarbeitenden spezielle Aufgaben oder werden moderne Arbeitsmodelle wie Home Office gelebt, gehen solche Einheitslösungen oft am Bedarf vorbei.

Vorteile der Förderung digitaler Fähigkeiten

Die Vorteile einer Verbesserung der digitalen Kompetenzen liegen auf der Hand. Es gilt als bestätigt, dass der Aufbau von digitalen Skills Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Die folgenden fünf Vorteile sind besonders hervorzuheben:

  • Bessere Produktivität
    Ein höherer digitaler IQ führt zu einer gesteigerten Produktivität.
  • Umsatzsteigerung
    Die Fähigkeiten für die Analyse von Daten und der intelligente Einsatz von modernen Geräten und Cloud-Technologien führt in der Regel zu einer Steigerung der Einnahmen.
  • Bessere Qualität
    Unternehmen mit umfassenden digitalen Skills haben im Vergleich zu ihren Konkurrenten auch eine erhöhte Agilität und kürzere Produkteinführungszeiten.
  • Zufriedene Mitarbeitende
    Erhöhte digitale Kompetenz fördert eine bessere Eingliederung am Arbeitsplatz und steigert die Arbeitszufriedenheit und das Engagement der Mitarbeitenden.
  • Weniger Stress
    Digitale Kompetenzen beseitigen einen grossen Teil der Belastung, die mit der Einführung und Beherrschung neuer Technologien verbunden ist, reduziert Stress und führt zu einer besseren Work-Life-Balance.

Wie Sie den digitalen IQ Ihrer Organisation erhöhen

Es gibt also viele gute Gründe dafür, die digitalen Fähigkeiten Ihrer Organisation zu steigern. Die weiterführende Digitalisierung hilft Ihrem Unternehmen, sein verborgenes Potenzial freizusetzen. Dabei handelt es sich jedoch oft um einen kontinuierlichen und langwierigen Prozess, der gründliche Planung und Investitionen erfordert.

Die folgenden fünf Schritte können Ihnen beim Aufbau der digitalen Fähigkeiten helfen:

Schritt 1: Bewertung der digitalen Fähigkeiten

Im Hinblick auf die gezielte Entwicklung der digitalen Fähigkeiten Ihrer Mitarbeitenden ist es wichtig, zu wissen, wo Sie stehen. Welche Fähigkeiten haben Ihre Mitarbeitenden bereits und welche sind verbesserungsbedürftig? Eine Skills-Bewertung hilft Ihnen, die Kompetenzlücken zu wichtigen Wissensbereiche zu identifizieren, die in Ihrer Organisation verbessert werden sollen.

Schritt 2: Erstellen einer Lernstrategie

Die Höherqualifizierung Ihrer Belegschaft sollte im Einklang mit dem digitalen Transformationsprozess in Ihrem Unternehmen erfolgen und Ihre Mitarbeitenden mit den Fähigkeiten ausstatten, die den strategischen Zielen des Unternehmens entsprechen. Wenn Sie die Implementierung von IoT, Data Analytics, Augmented Reality oder Virtual Reality planen, müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Mitarbeitenden alles Notwendige lernen, um mit diesen neuen Tools effizient umgehen zu können.

Schritt 3: Entwerfen Sie individuelle Lernpläne

Idealerweise sollten die Ausbildungsprogramme so facettenreich und vielfältig sein wie Ihre Organisation. Beginnen Sie mit der Befähigung des höheren Managements und fahren Sie dann mit der Verbesserung der digitalen Fähigkeiten Ihrer Nachwuchskräfte fort.

Schritt 4. Learning by doing

Eine der besten Praktiken ist es, den Lernprozess direkt in die Arbeit zu integrieren. Die meisten Mitarbeitenden sind bereit, Wissenslücken zu füllen und sich kontinuierlich weiterzubilden. Beim 70:20:10-Ansatz findet 70% des Lernens am Arbeitsplatz, 20% durch Kommunikation und Mentoring und nur 10% durch formale Ausbildung statt.

Schritt 5. Potenzial ausschöpfen

Um das interne Weiterbildungspotenzial zu nutzen, sollten Sie in Ihrer Organisation eine MentorInnen-Kultur einführen. Richten Sie Initiativen und Veranstaltungen zu digitalen Fertigkeiten ein und ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden, Wissen und Fähigkeiten zu teilen. Bieten Sie den Mitarbeitenden kontinuierliche Lernmöglichkeiten an ihrem Arbeitsplatz an und wecken Sie in Ihrer Organisation den Innovationsgeist.

Bereiten Sie den Weg für die Zukunft der Arbeit vor

Es geht nicht nur darum, die Kosten zu senken und die Konkurrenz zu schlagen. Wenn es nicht gelingt, die digitalen Kompetenzlücken zu schliessen, kann sich dies nachhaltig negativ auf die Einstellung und Moral der Mitarbeitenden auswirken. Die ArbeitnehmerInnen von heute fühlen sich durch das Aufkommen von Technologien in ihrem Job bedroht: Die Steigerung der digitalen Kompetenzen hilft ihnen sich selbstbewusst und geschützt zu fühlen, und letztlich die Loyalität und Arbeitszufriedenheit erhöhen.

Immer mehr Unternehmen beginnen damit, ihre Mitarbeitenden als ihr wertvollstes Kapital zu betrachten. Die grösste und wichtigste Investition besteht in den Aufbau einer digitalen Belegschaft. Es ist höchste Zeit, in solche Initiativen zu investieren.  Die digitale Transformation eilt voran und es bleibt nur noch wenig Zeit, um uns auf die zukünftige Vielfalt der Belegschaft und die Veränderungen vorzubereiten, die das Aufkommen von Robotik und KI mit sich bringt. Bis 2025 werden fünf Generationen zusammenarbeiten, wobei die Millennials über 75% der Belegschaft ausmachen werden. Einige Aufgabenbereiche werden veraltet sein, während andere neue Ansätze erfordern werden. Angesichts des sich ständig beschleunigenden technologischen Fortschritts, werden die künftigen Generationen höchstwahrscheinlich im Laufe ihres Lebens mindestens fünf- oder sechsmal ihre berufliche Rolle wechseln.

Unter diesen Umständen wird kontinuierliches Lernen und Adoption die Zukunft der Arbeit prägen. Durch die Entwicklung digitaler Strategien ebnen Unternehmen den Weg für künftige Innovationen.

Wir bei Beetroot sind  Spezialisten für digitale Arbeitsorganisation und strategische IT-Beratung. Proftieren Sie von unserer langährigen Erfahrung in Veränderungsprojekten und der Einführung von neuen Anwendungen und Technologieplattformen.


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